Weil wir unsere Stadt lieben

SOCIAL CHALLENGE

Viele ehrenamtliche Helfer und sogenannte „gute Geister“ arbeiten im Stillen und finden in der öffentlichen Wahrnehmung gar nicht statt. Dabei ist ihr Einsatz nicht mit Geld zu bezahlen und wird oft nur lapidar mit „Nachbarschaftshilfe“ abgetan. Doch die Hilfe ist so wichtig und vielfältig: Sie kaufen für die Nachbarin ein, die gehbehindert ist, sie betreuen kleine Kinder, mähen im Sommer den Rasen, stellen die schwere Mülltonne vor die Tür, begleiten Senioren zum Arzt oder reparieren einen kaputten Zaun.


Gerade in den Tagen von Corona ist eine solche Hilfe wichtiger denn je und sollte wertgeschätzt werden. Auch junge Menschen setzen sich für die Gesellschaft ein – und diesen will die Bürgerstiftung Hof besonders danken. „Wir rufen deshalb auf: Wer kennt ein Kind oder einen Jugendlichen, der ein wertvolles Geschenk, seine Zeit, anderen zur Verfügung stellt?“, sagt Vorsitzende Kerstin Dolde: "Wo also sind die jungen Ehrenamtlichen in der Stadt, die gar nicht organisiert sind, sondern das aus freien Stücken machen?"


Stiftungs-Geschäftsführer Peter Nürmberger ergänzt: „Kennen Sie einen Schüler, eine Schülerin, die einem alten Menschen vorliest, für ihn einkauft oder anderweitig unter die Arme greift? Dann beschreiben Sie die Hilfe kurz in einer Mail oder einem Brief an die Bürgerstiftung unter mail (at) buergerstiftung-hof.de“ Einsendungen sind bis Ende Juni 2020 möglich. Eine kleine Jury aus den Reihen der Stiftung wird den Einsatz prämiieren und mit Preisen bedenken.


In Krisen wächst man, heißt es. In Krisenzeiten wächst man zusammen. Doch auch bislang war in der Stadt Hof bürgerschaftliches Engagement reichhaltig vorhanden. Bereits in alter Zeit haben sich die Bürgerinnen und Bürger für ihre Stadt eingesetzt, man denke nur an den Theresienstein, den es ohne selbstlose Spender gar nicht geben würde. „Deshalb soll dezidiert nicht nur denen gedankt werden, die sich jetzt einsetzen, sondern auch jenen jungen Menschen, die schon länger im Stillen wirken“, sagt Nürmberger. Besonderen Wert legt die Bürgerstiftung Hof darauf, dass bei dieser „social challenge“ vor allem jene bedacht werden, die nicht beruflich oder im Rahmen einer der etablierten Hilfsorganisationen tätig sind, weil, so die Vorsitzende: „Es kommt jetzt auf jeden Einzelnen an!“

Willkommen bei der Bürgerstiftung Hof

Bürgerschaftliches Engagement ist typisch für Hof. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt haben sich im Laufe ihrer Geschichte vieles selbst geschaffen, was zur Lebensqualität beiträgt und für die Menschen unabdingbar ist. Sie tun das noch heute auf vielen Wegen.

Die Bürgerstiftung Hof will unabhängig von politischem oder weltanschaulichem Einfluss ein Forum bilden, in dem bürgerschaftliches Engagement gebündelt und die finanziellen Mittel langfristig gesichert werden. Sie ist offen für jeden Menschen, der seine Leistung oder sein Vermögen in Verantwortung vor dem Gemeinwohl gezielt für die Stadt Hof zur Wirkung bringen möchte.

Stiftungsziele

Zweck der Stiftung ist es, eine nachhaltige Entwicklung Hofs zu fördern. Dies beinhaltet insbesondere die Bereiche


  • Kunst-, Kultur- und Denkmalpflege,
  • Umwelt- und Naturschutz sowie Landschaftspflege
  • Brauchtums-, Stadtbild- und Heimatpflege
  • Bildung und Erziehung,
  • Wissenschaft und Forschung
  • Jugend- und Altenhilfe
  • Sport- und Gesundheitswesen
  • Förderung demokratischen Gedankenguts und der Völkerverständigung.

Insbesondere wird angestrebt, bürgerschaftliches Engagement und ehrenamtliche Arbeit in der Stadt Hof zu fördern und durch die Unterstützung von Maßnahmen die Gewinnung zusätzlicher Mittel und die Bereitschaft zur Mitarbeit zu fördern. Auf die Zusammenarbeit mit Initiativen und Organisationen wird besonderer Wert gelegt.


Die 10 Merkmale einer Bürgerstiftung

Eine Bürgerstiftung ist eine unabhängige, autonom handelnde, gemeinnützige Stiftung von Bürgern für Bürger mit möglichst breitem Stiftungszweck. Sie engagiert sich nachhaltig und dauerhaft für das Gemeinwesen in einem geographisch begrenzten Raum und ist in der Regel fördernd und operativ für alle Bürger ihres definierten Einzugsgebietes tätig. Sie unterstützt mit ihrer Arbeit bürgerschaftliches Engagement.

1. Eine Bürgerstiftung ist gemeinnützig und will das Gemeinwesen stärken. Sie versteht sich als Element einer selbstbestimmten Bürgergesellschaft.

2. Eine Bürgerstiftung wird in der Regel von mehreren Stiftern errichtet. Eine Initiative zu ihrer Errichtung kann auch von Einzelpersonen oder einzelnen Institutionen ausgehen.

3. Eine Bürgerstiftung ist wirtschaftlich und politisch unabhängig. Sie ist konfessionell und parteipolitisch nicht gebunden. Eine Dominanz einzelner Stifter, Parteien, Unternehmen wird abgelehnt. Politische Gremien und Verwaltungsspitzen dürfen keinen bestimmenden Einfluss auf Entscheidungen nehmen.

4. Das Aktionsgebiet einer Bürgerstiftung ist geographisch ausgerichtet: auf eine Stadt, einen Landkreis, eine Region.

5. Eine Bürgerstiftung baut kontinuierlich Stiftungskapital auf. Dabei gibt sie allen Bürgern, die sich einer bestimmten Stadt oder Region verbunden fühlen und die Stiftungsziele bejahen, die Möglichkeit einer Zustiftung. Sie sammelt darüber hinaus Projektspenden und kann Unterstiftungen und Fonds einrichten, die einzelne der in der Satzung aufgeführten Zwecke verfolgen oder auch regionale Teilgebiete fördern.

6. Eine Bürgerstiftung wirkt in einem breiten Spektrum des städtischen oder regionalen Lebens, dessen Förderung für sie im Vordergrund steht. Ihr Stiftungszweck ist daher breit. Er umfasst in der Regel den kulturellen Sektor, Jugend und Soziales, das Bildungswesen, Natur und Umwelt und den Denkmalschutz. Sie ist fördernd und/oder operativ tätig und sollte innovativ tätig sein.

7. Eine Bürgerstiftung fördert Projekte, die von bürgerschaftlichem Engagement getragen sind oder Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Dabei bemüht sie sich um neue Formen des gesellschaftlichen Engagements.

8. Eine Bürgerstiftung macht ihre Projekte öffentlich und betreibt eine ausgeprägte Öffentlichkeitsarbeit, um allen Bürgern ihrer Region die Möglichkeit zu geben, sich an den Projekten zu beteiligen.

9. Eine Bürgerstiftung kann ein lokales Netzwerk innerhalb verschiedener gemeinnütziger Organisationen einer Stadt oder Region koordinieren.

10. Die interne Arbeit einer Bürgerstiftung ist durch Partizipation und Transparenz geprägt. Eine Bürgerstiftung hat mehrere Gremien (Vorstand und Kontrollorgan), in denen Bürger für Bürger ausführende und kontrollierende Funktionen innehaben.